Mit der Kraft der Sonne...

Eine Solaranlage für das Campingfahrzeug bietet definitiv mehr Unabhängigkeit von Campingplatz und Landstrom. Dank der Sonnenkraft kann  man die Batterien des Wohnmobils auch ohne Landstrom aufladen oder unterstützen. Wie teuer die Solaranlage für den eigenen Camper wird, hängt entscheidend davon ab, wie viel Leistung sie haben soll. Auch ob man sich für eine mobile Anlage oder eine fest installierte Solaranlage entscheidet bestimmt zum Teil den Preis mit. Ganz klar , auch die Art der verwendeten Kristalle und die Verarbeitung der Module spielen eine Rolle. Komplettsets für den Einbau einer festen, kristallinen Solaranlage für Wohnmobil oder Wohnwagen gibt es schon für unter 200 Euro. Eine leistungsstarke mobile Solaranlage gibt es ebenfalls bereits ab 400 Euro. Dazu kommt noch der Einbau. Wer etwas handwerkliches Geschick besitzt, kann den selbst vornehmen, ich empfehle aber trotzdem den Einbau vom Fachmann. Da bekommt man nämlich Garantie auf die Solaranlage, den Einbau und die Dichtheit des Fahrzeuges. 

Da bei uns der Einbau einer Solaranlage anstand, habe ich mich hier einmal ein wenig mit Camping-Solar beschäftigt.

Wohnmobil Solar

Übrigens, wir haben uns für eine portable Solaranlage entschieden, die wir teileingebaut haben. Das heißt: das Solarmodul (100Wp / 400Wh) ist portabel, der MPPT-Solarregler (20A) und die Verkabelung zur Batterie sind dagegen fest verbaut. Dazu nutzen wir neben der Bordbatterie eine Powerstation (333Wh / 90Ah) inkl. Wechselrichter. Damit kommen wir ganz gut aus. Irgendwann später ist dann einmal eine feste Solaranlage für das WoMo geplant.

Solaranlage

Wie funktioniert die Solaranlage eigentlich?

Im Prinzip funktioniert eine Solaranlage immer gleich, ganz egal ob es sich um eine große Anlage auf dem Hausdach handelt, eine fest verbaute Solaranlage auf dem Wohnmobil, oder eine portable Solaranlage. Sonnenenergie wird in Strom umgewandelt.

Scheint die Sonne, treffen die Sonnenstrahlen auf das Modul. Dabei werden positive und negative Ladungsträger freigesetzt. Zwischen den Polen entsteht Spannung, die in Strom umgewandelt werden und über das Anschlußkabel und den Solarregler zu der Versorgungsbatterie weitergeleitet wird. Solaranlagen zum Campen bestehen meist aus zwei Komponenten: dem Solarmodul und dem Solarladeregler, der vor die Bordbatterie geschaltet wird. So lädt die Sonnenkraft die Batterien auf. Der Solarladeregler prüft dabei kontinuierlich den Ladezustand der Batterie. Solange sie noch nicht voll aufgeladen ist, wird die Batterie mit Sonnenkraft weitergeladen. Ist die Batterie vollständig geladen, verhindert der Laderegler eine Überladung.

Und was soll ich jetzt für eine Art von Solaranlage einbauen?

Welches Solarmodul man verwendet, hängt neben dem Preis auch von verschiedenen Faktoren ab:

  • Strombedarf: Wie viel Strom benötige ich? Welche Batterie und welche Geräte sollen mit Strom versorgt werden?
  • Reisezeit: Zu welcher Jahreszeit verreist man und wohin? Bin ich im Süden (viel Sonne) oder eher im Norden unterwegs?
  • Art der Montage: Ist ausreichend Platz auf dem Dach für ein Solarmodul vorhanden oder möchte ich lieber was Portables?

Für den mobilen Einsatz am Camper eignet sich meist ein monokristallines Dünnschicht-Modul (CIS) besser. Diese Solaranlagen gibt es als Kupfer-Indium-Diselenid-Module (CIS) oder als Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid-Module (CIGS). Ein weiterer Vorteil von CIS-Solarpanels besteht darin, dass sie auch bei schlechtem Licht Strom produzieren können, allerdings benötigen sie eine größere Fläche. Durch die höhere Energieaufnahme sind diese Module auch dann empfehlenswert, wenn zu erwarten ist, dass die Sonne am Reiseziel nicht so intensiv scheint. 

Für den permanenten Einsatz (Dachmontage) am Camper bietet sich die Festinstallation von monokristallinen Modulen an. Diese haben den deutlichen Vorteil, dass sie weniger Fläche erfordern und leistungsstärker sind. Für diese Solaranlagen wird Silizium verwendet. Diese Module sind höher und benötigen in der Regel einen zusätzlichen Träger.

Solarmodule Bilder © by Fritz Berger Camping

Welche Leistung sollte die Solaranlage liefern?

Wer sich nach Solaranlagen für den Camper erkundigt, wird bei den Leistungsangaben meist mit der Einheit Watt Peak (Wp) konfrontiert. Dabei handelt es sich um die elektrische Leistung, die eine Solaranlage unter standardisierten Testbedingungen erbringt. Durch die Angabe der Wp läst sich die Leistung unterschiedlicher Module gut vergleichen. Je nach Ausführung leistet ein einzelnes Solarmodul zwischen 15 und 400 Wp. Wie viele Solarmodule man benötigt, hängt vom Strombedarf und von der Sonnenintensität ab. Darüber hinaus spielt die Speicherkapazität der Aufbaubatterie eine Rolle. Denn sie speichert den produzierten Strom und stellt ihn für die Elektrogeräte zur Verfügung.
Um grundsätzlich erst einmal die Leistung der Solaranlage zu ermitteln, sollte man den Tagesstrombedarf errechnen. Dafür notiert man sich am besten alle elektrischen Geräte und Lampen , die im Wohnmobil Verwendung finden. Auf Basis dieser Berechnung passt man dann die Leistung der Solarzellen an. Wintercamper sollten die Leistung höher berechnen, da in der kalten Jahreszeit erwartungsgemäß mehr Strom benötigt wird. 

Die Tagesleistung eines Moduls ist in Wh (Watt Stunde) angegeben. Meist ist dieser Wert das Vierfache der Leistungsangabe in Wp. Mit einer Solaranlage mit 200Wp / 800 Wh kann eine Camping-Kaffeemaschine mit 600 W eine Stunde ununterbrochen benutzen werden und es wären danach sogar noch 200 W zur Verfügung. Eine Kompressor-Klimaanlage oder einen Kühlschrank kann man mit einer kleinen Solaranlage nicht betreiben, die reicht warscheinlich nur zum Handy und Laptop laden.